Sonntag, 5. Oktober 2014

Home is where your heart is♥

Ich bin jetzt genau einen Monat hier. 30 Tage sind vorbeigegangen, ohne dass ich es wirklich bemerkt habe. Und auch wenn ich natürlich schon mal Heimweh hatte, bin ich unglaublich froh, hier zu sein. 

Es sind die kleinen Momente, die das Leben hier so schön machen. Wenn ich mit meiner Gastschwester so dolle lachen muss, dass uns Tränen in die Augen treten; wenn meine Anne mich immer wieder umarmt und mir Küsschen auf die Wange drückt; wenn Ipek und ich laut loskreischen, weil in unserem Wohnzimmer ein riesen Salamander an der Decke ist; wenn meine Klassenkameraden uns als Freunde bezeichnen; wenn meine Anne anne (Oma) einen Arm um mich legt und "benim kızım" (=mein Kind) zu mir sagt; wenn ich abends mit Ipek kitschige Fernsehsendungen schaue und wir uns beide wie verrückt freuen, wenn sich die Richtigen finden; wenn ich von Mädchen aus meiner Klasse als "çok tatlı" (=sehr niedlich) bezeichnet werde; wenn meine Anne sagt, dass ich jetzt genauso ihre Tochter bin wie Ipek; wenn alle klatschen, nur weil ich was auf Türkisch gesagt habe; wenn ich Arm in Arm mit meinen Freundeninnen über den Schulhof laufe und so weiter. 

Mein Auslandsjahr ist einerseits wunderbar und eine der besten Sachen, die mir passiert sind und andererseits doch nichts Besonderes. Ich habe hier meinen Alltag gefunden, der nicht immer spannend ist. Ich sitze auch mal gelangweilt zu Hause und schaue Serien auf meinem Laptop. Aber genau das ist das Tolle. Zu Hause. Ich habe das Gefühl, dass ich hier einfach hingehöre. Das ist meine Familie, mein zuhause, mein neues Leben. Ich bin angekommen. Und unglaublich glücklich. 

Hier gibt's nochmal ein paar Bilder aus der letzten Zeit. Viele sind es nicht, da ich in den letzten Posts ja schon immer tausend Selfies hochgeladen habe und sowieso immer ganz viel auf Whatsapp rumschicke. Naja, und manche Bilder . . . die sind so peinlich, dass ich sie lieber für mich behalte.


 Hier wohne ich jetzt. Nix Großstadt.

Wir haben sogar Hühner. Und einen kleinen knuffigen Hund.

Das ist sie, meine Anne. Niedlich, oder?



 Das war auf einer der Familienfeiern. Warum genau die beiden so angezogen sind, weiß ich nicht, das ist irgendso eine Hochzeitstradition. Ich fand das aber so süß, dass ich unbedingt ein Foto mit ihnen haben wollte :D

Mit Freunden meiner Gastschwester in einem Café.



Letztes Wochenende war ich mit zwei Freunden in einem Shoppingcenter zum Bowlen. Ich hab sogar gewonnen, obwohl ich das eigentlich so gar nicht kann :D


 Selbst dreimal buchstabieren hat nicht geholfen. Naja, bin ich jetzt halt die Stiffi. Meine anne nennt mich Stef und eine Oma hat neulich beschlossen, mich einfach Elif zu nennen, weil sie meinen Namen nicht aussprechen kann.




Das ist die Sabanci-Moschee, die Größte der Türkei.


Nachdem es neulich mal ziemlich dolle gewittert hat, war der Strom auf einmal weg. Das gehört jetzt nicht unbedingt zu meinen Lieblingserlebnissen, war aber irgendwie doch ganz witzig.


 Das ist eins der weniger schönen Fotos. Gehört aber auch zu einem schönen Moment. Neulich hat für ein paar Tage eine Freundin (die ganz rechts) meiner Schwester hier gewohnt und an einem Abend saßen wir bei mir im Zimmer, haben Weintrauben gegessen, Selfies gemacht, über alles möglich und Jungs geredet und vor allem viel gelacht.

Vor ein paar Tagen haben waren Ipek, eine Freundin von ihr und ich bei einem Konzert, dass auf dem Uni-Campus stattfand. Wir hatten aber leider keine Tickets, also saßen wir halt auf dem Rasen und haben uns das ganze so angeschaut.

Zu diesem Bild gehört auch einer dieser kleinen Momente. Vorgestern hatte meine Schwester in Deutschland Geburtstag. Als ich meiner Anne davon erzählt habe, bestand sie darauf, dass ich einen Kuchen backe. Dekoriert habe ich den Kuchen übrigens auf ihre Anweisung so, meine Idee war der Schriftzug aus Granatapfelkernen und das Gesicht nicht :D Abends haben meine Familie hier und ich dann mit Hannah geskypet und sie musste die Kerzen "auspusten". Obwohl hier fast niemand Deutsch kann, haben alle ganz lieb gratuliert und meine kleine Schwester hat gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd :-)

Da ist das Viech. Wir haben uns so erschrocken. Und bevor mein baba es wegmachn konnte, ist es schon in irgendeiner Ecke verschwunden. Vielleicht hätten wir nicht so loskreischen sollen . . 


Neulich waren wir mit der ganzen Familie Kebap essen. Eigentlich bin ich ja Vegetarierin aber ich kann diese Stadt ja nicht mein zuhause nennen, ohne je Adana Kebap probiert zu haben. Foto kommt noch, dazu gibt's irgendwann mal einen Extra-Post.

Abends sitze ich oft mit meiner Anne und meiner Anne anne in der Küche und helfe beim Kochen. Hier waren auch Ipek und ihr Cousin dabei.



Selfie-Time! Mit Ipek und meinem Baba :-)



 Hier nochmal ein Familien-Foto.

Die beiden Jungs sind Cousins von Ipek. Ich bin hier manchmal mit den ganzen Familienmitgliedern überfordert (in Deutschland habe ich nur einen einzigen Cousin) und Namen kann ich mir sowieso fast nie merken :D






 Wir waren heute in einem Café mit Freunden und haben das schöne Wetter genossen. 26°C und Sonnenschein :-)




Zum Abschied noch ein wunderbares Quatsch-Foto.

Ganz liebe Grüße an alle, die jetzt gerade in Deutschland sitzen und das hier lesen! Ich vermiss euch♥

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Schule ist zum Schlafen da!

Ich bin hier immer müde. Wirklich. Egal, ob ich sechs oder neun Stunden schlafe. In der Schule ist es ganz schlimm, da würde ich am liebsten, sobald ich ankomme, einfach nur meinen Kopf auf die Tischplatte legen und bis um halb 4 durchschlafen. Vielleicht liegt das aber auch einfach daran, dass ich im Unterricht wirklich gar nichts verstehe. Ich habe ja noch nicht mal Schulbücher, die ich versuchen könnte, zu übersetzen. Alles, was ich machen kann ist Vokabeln oder Grammatik lernen. Und das macht irgendwann auch keinen Spaß mehr.

Aber zum Glück bin ich ja in der Türkei. Und hier darf man im Unterricht schlafen. Kein Lehrer sagt da was zu. Anfangs habe ich immer nur meinen Kopf auf den Tisch gelegt aber seit kurzem schlafe ich manchmal wirklich ein. Und weil Tischplatten so schrecklich ungemütlich sind, haben wir heute einfach mal Kissen mitgenommen.



Heute in Soziologie haben gerade mal 6 Schüler zugehört, der Rest hat geschlafen. Unser Lehrer hat trotzdem einfach weiter geredet. Ich bin so froh, dass dieses Schuljahr für mich nicht zählt, sonst hätte ich wirklich ein Problem :D

Ich bin übrigens in einer Language-Class. Das heißt, ich habe weder Mathe, noch Naturwissenschaften, dafür aber Englisch, Geschichte, Geografie, Philosophie, Soziologie, Türkisch, Religion, Türkische und Englische Literatur, Deutsch, Sport und Kunst. Dieser Stundenplan ist wie gemacht für mich! Ich freue mich schon darauf, wenn ich dann endlich auch mal was im Unterricht verstehe :D

Gestern im Deutschunterricht mussten mich alle der Reihe nach fragen, wie es mir geht. Seitdem höre ich ziemlich oft die Frage "Wie geht es dir?". Bisher wurde ich immer nur auf Türkisch gefragt und wenn ich dann mit "Sağ ol, iyiyim, sen?" (Danke, mir geht es gut und dir?) antworte, freuen sich immer alle ganz doll :-)

Immer mal wieder kommen Schüler in unseren Klassenraum und fragen meine Freunde, ob sie sich mit mir unterhalten dürfen :D Auf dem Schulhof werde ich auch oft angesprochen und ich habe das Gefühl, dass mich ziemlich viele einfach anstarren. Aber jetzt habe ich endlich meine Schuluniform, das heißt, ich falle nicht mehr so krass auf.



Was auch neu für mich ist: Jeden Morgen stellen sich die Schüler vor der Schule auf und der Direktor hält eine kurze Ansprache. Auf Befehl stellen wir erst die Beine leicht auseinander und nehmen die Hände hinter den Rücken, dann  werden die Füße wieder nebeneinander gestellt und die Arme an die Seiten angelegt (Hört sich vielleicht merkwürdig an, aber besser kann ich es nicht beschreiben). Montagmorgens und Freitagnachmittags singen wir dann auch noch die Nationalhymne.

In meiner Klasse fühle ich mich so wohl, alle sind so lieb zu mir :-) Heute sind meine zwei Freundinnen, mit denen ich sonst immer die Pausen verbringe, erst später gekommen und da haben sich gleich vier andere Mädchen zu mir gesetzt und versucht, sich mit mir zu unterhalten.

Hier noch ein paar Fotos:


Was macht man, wenn man bei 30°C Sportunterricht hat? Genau, eine Wasserschlacht!


Das neben mir ist Özge und Ezgi ist die, die das Foto macht :-) Ich hab die beiden jetzt schon so lieb und wir machen schon Pläne, wer wann wen besucht :D



Neulich haben wir ein kleines Picknick gemacht. Einfach so. Find ich gut, das sollten wir in Deutschland auch einführen. Genau wie das Schlafen im Unterricht.



Hier benutzt man übrigens Retrica. Als ich anfangs Fotos mit meiner normalen Kamera machen wollte, haben die mich schräg angeguckt. "Why not Retrica?"




Und so sieht meine Schule aus.

Das wars erstmal von mir. Ich melde mich aber bald wieder, denn dieses Wochenende ist Bayram (Opferfest) und danach habe ich bestimmt viel zu erzählen :-)

Ich drück euch alle ganz dolle♥

Mittwoch, 17. September 2014

Erster Schultag

Da ich neulich ja schon einmal dachte, ich hätte meinen ersten Schultag vor mir, war es heute mit der Aufregung zum Glück nicht ganz so schlimm. Schlecht war mir trotzdem. Und nervös war ich auch. Mit meinem Frühstück war ich total schnell fertig und hab dann ganz hibbelig darauf gewartet, dass wir (also mein Nachbar, meine anne und ich) endlich losgehen.

Wir haben dann erst mit dem Schulleiter und dann mit dem stellvertretenden Schulleiter geredet, wobei es glaube ich darum ging, in welche Klasse ich komme. Dann hat mich einer der Englischlehrer einfach mit in seine Klasse genommen, 11G. Da werde ich auch erstmal bleiben, bis endlich meine offiziellen Papiere von AFS ankommen. Meine Gastfamilie steht jetzt seit 2 Monaten fest und die Unterlagen sind immer noch nicht da, unglaublich :D Naja, ich habe das Gefühl, AFS Türkei ist generell etwas schlechter organisiert.. Dafür sind aber alle Lehrer wirklich nett.

Meine Klasse besteht (mit mir) aus 15 Schülern, davon sind nur 5 Jungs. Ein Mädchen, Ezgi, hat mich auch gleich aufgefordert, mich neben sie zu setzen. Mit ihr und ihrer Freundin, Özge, habe ich dann auch alle Pausen verbracht und die beiden wollen sich am Wochenende mit mir treffen :-)

In den Pausen kamen auch immer wieder andere Schüler zu uns, manche auch nur, um sich kurz mit mir zu unterhalten. Das kam mir manchmal irgendwie schon merkwürdig vor (auch, dass ich manchmal das Gefühl habe, von allen Seiten angestarrt zu werden) aber ich bin halt die erste Austauschschülerin auf meiner Schule.

Zum Unterricht: Hm, also, dass die Türkei laut einem aktuellen Ranking ein effizienteres Schulsystem als Deutschland haben soll, kann ich nur teilweise nachvollziehen. Na gut, es waren ja vor kurzem auch noch Ferien, von daher. Aber allein das Niveau vom Englisch-Unterricht (eines der wenigen Fächer, in denen ich verstehe, was so vor sich geht) ist extrem anders. Meinen Mitschülern aus der 11. Klasse hier in der Türkei wird gerade das Passiv beigebracht. In Deutschland haben wir letztes Jahr Reden von Barack Obama analysiert. Auch das Sprachvermögen ist bei allen anders. Mit Özge zum Beispiel kann ich mich gut unterhalten, aber mein Sitznachbar kann so gut wie gar kein Englisch. Ich habe aber trotzdem das Gefühl, dass mich eigentlich alle mögen (oder zumindestens ganz okay finden). Was auch süß war: Immer wenn ein neuer Lehrer kam, musste ich mich überhaupt nicht vorstellen, das hat gleich meine Klasse übernommen :-)

Wir hatten heute auch noch Geschichte (da wird jetzt das ganze nächste Jahr das Leben von Atatürk behandelt) und Erdkunde. Beides bestimmt hochinteressant. Wenn man denn was versteht.
Eigentlich hatten wir auch eine Stunde Deutsch, aber das wird von einer Englischlehrerin unterricht und die hat sich heute einfach nur ganz normal mit uns (auf Englisch) unterhalten und wir konnten im Prinzip machen, was wir wollten. Genauso in der zweiten Stunde Erdkunde. Da war unser Lehrer erst mit seinem Handy beschäftigt und sah dann ziemlich gelangweilt aus. 
In den letzten beiden Stunden hatten wir - eigentlich - Türkisch. Unsere Lehrerin hat aber auch nur Smalltalk mit uns betrieben. Manche waren am Handy, andere haben geschlafen (ehrlich gesagt, ich war auch kurz davor). Die letzte halbe Stunde haben zwei der Jungen und die Lehrerin (die übrigens Kopftuch trägt) eine  hitzige Situation darüber geführt, ob es denn nun einen Gott gibt oder nicht. Und das in stark erhöhter Laustärke. Und mir wurde immer erzählt, dass Türken überhaupt nicht gerne über Religion reden.

A propos, laut den Erzählungen hatte ich mit meine Schule viel strenger vorgestellt. Also eigentlich dürften die Schülerinnen weder Makeup, Schmuck noch Nagellack tragen, die Haare hochgebunden und auch immer eine Schuluniform anhaben. Diese Regeln kümmern die meisten aber reichlich wenig. Ich habe also Glück, dass ich nicht auf einer Schule bin, an der die Lehrer vor dem Unterricht kontrollieren, ob ich geschminkt bin. Sowas soll echt üblich sein.
Mein erster Schultag war also bei weitem nicht so schlimm, wie ich gedacht hatte. Ich freu mich sogar schon darauf, morgen wieder hin zu gehen.

So, ich glaube, das war's erstmal. Ich hoffe, mein langer Post war nicht allzu langweilig. Wer Fehler findet, darf sie gerne behalten. Bis dann♥

P.S: Ich freue mich über Kommentare, Postkarten, Emails, Nachrichten und so weiter :-)

Montag, 15. September 2014

[Update]

Weil so viele fragen, wie es mir geht, ob alles in Ordnung ist und so weiter, dachte ich, ich meld mich mal kurz :-)
Also, mir geht es nach wie vor richtig gut! Ich habe unglaublich viel Glück, bei so einer tollen Familie zu wohnen! Zum Email schreiben oder bloggen komme ich meist gar nicht, weil ich meistens tagsüber mit meiner aile (Familie) was unternehme. Oft besuchen wir Freunde und wenn wir dann doch mal zuhause sind, nutze ich die Zeit, um Türkisch zu lernen. Abends sitzen wir fast immer noch draußen im Garten und so vergeht die Zeit, ohne dass ich merke, dass ich jetzt schon 10 Tage hier bin.


Heute wäre eigentlich mein erster Schultag gewesen. Naja, also das war etwas kompliziert. Von Anfang an: Ich dachte, ich gehe ganz normal wie alle anderen am 15.09 zur Schule. Dann habe ich aber gestern mitbekommen, dass einige andere Austauschschüler noch nicht zur Schule gehen können,  weil entweder von Afs noch Papiere oder das Okay von der Schulleitung feh6lt. Also habe ich sicherheitshalber meine Gastschwester angeschrieben und nachgefragt,  ob ich denn wirklich zur Schule gehen darf. Sie ist die Einzige in meiner Familie,  die Englisch spricht und bis Oktober ist sie - leider - in einem Tischtennis Camp in Bursa (sie spielt im Nationalteam). Also hat Ipek dann ihre Mutter angerufen und danach mir geschrieben,  was sie gesagt hat. Schon etwas kompliziert. Da hieß es dann, dass ich noch nicht zur Schule gehen kann, weil AFS erst mit dem Schulleiter reden muss (AFS Türkei ist ja so unglaublich gut organisiert). Abends kam dann aber meine anne (Mutter) zu mir und meinte, dass wir am nächsten Tag dich zusammen zur Schule gehen.

Heute morgen war ich dann unglaublich aufgeregt - ganz umsonst,  wie sich herausstellte. Ganze 10 Minuten war ich in der Schule. Der Schulleiter hat nicht mehr als Merhaba zu mir gesagt und dann kurz und knapp meiner anne erklärt,  dass ich erst am Mittwoch kommen soll, weil vorher angeblich noch zu viel Durcheinander herrscht. Okaaay. Ja und so haben sich meine Ferien dann doch noch etwas verlängert.  Haha ich hatte nie gedacht,  dass ich über 2 zusätzliche Ferientage mal traurig sein würde.


Aber sonst ist alles supi :-)
Güle güle und so,  ihr fehlt mir! ♥

Freitag, 12. September 2014

Arrival Camp

Merhaba!

Dieser Post hätte eigentlich schon längst online sein sollen (schließlich bin ich jetzt schon seit genau einer Woche hier, unglaublich oder?). Aber irgendwas hat mich immer davon abgehalten. Einmal sind wir plötzlich zu einer Familienfeier aufgebrochen, ein anderes Mal war ich einfach vieeel zu müde und vorhin kam auf einmal meine büyük anne (Oma) und hat mir Essen gebracht. Hihi, sie ist einfach so knuddelig. Aber dazu kommt später noch was :-)

Also. Am Freitag, den 05.09, war es so weit. Ich habe mich in Frankfurt von meiner Familie verabschiedet (sogar ohne Tränen) und bin dann mit vier anderen Austauschschülern nach Istanbul geflogen, wo wir fröhlich von AFS in Enpfang genommen wurden.
Unser Arrival, bzw. Survival Camp haben wir in einem Hotel in der Nähe von Istanbul verbracht. Die Aussicht war unglaublich!
Wir Deutschen und vier Thailänder waren die ersten im Camp und so haben wir den Tag damit verbracht, auf die anderen ATS zu warten und uns ein bisschen kennenzulernen. 
Am Samstag ging es dann erst so richtig los mit unserem Camp. Wir haben in kleinen Sessions über Ängste, Bedenken und Vorstellungen von unserem Auslandsjahr geredet, mehr über die Kultur erfahren, ein bisschen Türkisch gelernt und wurden von unseren Betreuern einfach auf alle möglichen Situation vorbereitet. 

Nachmittags haben wir im Pool gebadet (schließlich waren es ungefähr 26°C) und abends haben wir dann eine kleine Talentshow gemacht. Die meisten Gruppen haben getanzt, es wurde aber auch gesungen und Sketche aufgeführt. Wir Deutschen haben mit allen zusammen das Fliegerlied getanzt, was erstaunlich gut ankam :D Danach hat dann irgendwer seinen iPod an die Lautsprecher angeschlossen und wir haben bis halb 12 getanzt.

Am nächsten Morgen sind die meisten von uns (auch ich) gleich nach dem Frühstück aufgebrochen, weil viele ja noch in ihre Stadt fliegen mussten. 
Endlich in Adana angekommen, hat meine Familie mich dann ganz herzlich in Empfang genommen :-)

Hier  noch ein paar Bilder:







Achso, falls sich jemand wundert, warum dieser Post unter "Endlich Awayee" fällt: Sobald man im Ausland ist, wird man vom Hopee zum Awayee. Hört sich vielleicht doof an, ich finds aber ganz süß :D

Montag, 23. Juni 2014

"Ich bin türkischer Deutsch-Chinese. Und du?"

Ich habe vor kurzem übrigens mein Mercator-Stipendium erhalten. Mercator unterstützt ja nicht nur den Austausch zwischen der Türkei und Deutschland, sondern auch nach China. Deswegen waren auf der Stipendienfeier nicht die Deutsche, die in die Türkei wollen, sondern auch Austauschschüler, die nach China wollen, außerdem Türken und Chinesen, die ihr Jahr in Deutschland verbringen.
Das Ganze stand unter dem Motto: "Ich bin türkischer Deutsch-Chinese. Und du?"
Der erste Programmpunkt war der Autritt der türkisch/österreichischen Band Kent Coda:


Dann wurden wir von allen möglichen wichtigen Leuten begrüßt und die Partnerorganisationen wurden vorgestellt. Nach einem moderierten Gespräch mit Austauschschülern, Rückkehrern und Gasteltern  wurden Kurzfilme von  Austauschschülern in China und der Türkei gezeigt.
Anschließend wurden uns unsere Urkunden übergeben und nachdem wir offiziell von Mercator verabschiedet wurden, bei einem weiteren Kent Coda Auftritt mitgesungen und ein Gruppenfoto gemacht haben, wurde das chinesische Buffet gestürmt.
Fotos gibt's hier, mehr Infos über Mercator hier.


Countdown läuft.

So, ich hab jetzt alle drei Vorbereitungswochenenden hinter mir. Ich habe neue Leute kennengelernt, mehr über mich selbst  und die Türkei erfahren, von Gebräuchen und Traditionen gehört und Gefühle, Gedanken, Hoffnungen und Ängste ausgetauscht.
Jetzt sind es noch 73 Tage, 10 Stunden und 44 Minuten. Ich hab noch genau vor Augen, wie auf dem Countdown auf meinem Handybildschirm keine 73, sondern eine 190 stand. Die Zeit vergeht so schnell und ich hab noch so viel zu tun. Andererseits würde ich am liebsten sofort ins Flugzeug steigen und losfliegen.